Glossar

Submissiv / Sub

Als submissiv wird die Person bezeichnet, die in einer BDSM-Dynamik die empfangende, sich unterordnende Rolle übernimmt. Submissivität ist keine Schwäche — sie erfordert Vertrauen, Selbstkenntnis und Mut.

Die submissive Person — oft Sub genannt — übergibt in einer BDSM-Interaktion einen Teil ihrer Kontrolle an die dominante Person. Diese Übergabe geschieht freiwillig, informiert und im Rahmen vorab vereinbarter Grenzen.

Was Submissivität wirklich bedeutet

Ein verbreitetes Missverständnis: Submissive Personen seien passiv, willenlos oder hätten wenig Selbstwert. Das Gegenteil ist oft wahr. Submissivität erfordert tiefes Selbstvertrauen — man muss die eigenen Bedürfnisse und Grenzen sehr gut kennen um sie kommunizieren zu können. Man muss einer anderen Person wirklich vertrauen um sich zu öffnen.

Im BDSM wird oft von der Macht der submissiven Person gesprochen: Weil die dominante Person ihre Rolle nur durch die Zustimmung der submissiven Person ausüben kann, liegt die ultimative Kontrolle bei der submissiven Person. Sie kann jederzeit durch ein Safe Word oder Signal die Szene beenden.

Unterschiedliche Ausprägungen

Sub — Allgemeiner Begriff für submissive Personen.

Slave/Sklav:in — Tiefere Submissionsrolle, häufig in TPE-Beziehungen. Die Person übergibt mehr Kontrolle für einen längeren Zeitraum.

Bottom — Technischere Bezeichnung für die Person, die in einer Szene Handlungen empfängt — nicht unbedingt psychologisch submissiv.

Masochist:in — Submissive Person die spezifisch Freude an (einvernehmlichem) Schmerz empfindet.

Little — Submissive Rolle in einer Caregiver/little-Dynamik, die kindliche oder fürsorgliche Aspekte betont.

Sub Space und Sub Drop

Während intensiver Szenen können submissive Personen einen Zustand veränderter Wahrnehmung erleben — den sogenannten Sub Space. Dieser Zustand ist oft von tiefer Entspannung, vermindertem Schmerzempfinden und einem Gefühl von Flow geprägt.

Nach einer intensiven Szene kann es zu einem Sub Drop kommen: einem emotionalen Tief, das durch den Abfall von Adrenalin und Endorphinen ausgelöst wird. Gutes Aftercare hilft, diesen Übergang zu begleiten.