Glossar

BDSM und psychische Gesundheit

Die Beziehung zwischen BDSM und psychischer Gesundheit ist komplex und wird oft missverstanden. BDSM ist keine psychische Störung — kann aber für manche Menschen ein Raum sein in dem psychische Themen aufgetaucht werden. Eine achtsame Herangehensweise hilft.

Menschen die BDSM praktizieren, kommen aus allen Lebenslagen und psychischen Hintergründen. BDSM selbst ist nach aktuellem wissenschaftlichem Konsens keine psychische Störung.

Was Forschung zeigt

Studien (u.a. Richters et al., 2008; Connolly, 2006) zeigen, dass BDSM-Praktizierende im Durchschnitt nicht psychisch belasteter sind als die Allgemeinbevölkerung. Manche Studien finden sogar höheres Wohlbefinden — vermutlich wegen der intensiven Selbstreflexion und Kommunikation die BDSM erfordert.

BDSM als Coping

Manche Menschen nutzen BDSM-Elemente um mit Stress, Kontrollverlust oder emotionalen Herausforderungen umzugehen. Das kann gesund sein — oder problematisch werden wenn BDSM der einzige Coping-Mechanismus ist oder wenn es dazu dient, unverarbeitete Traumata kurzfristig zu betäuben.

Selbstreflexion ist wichtig: Warum tue ich das? Was bekomme ich davon? Wäre das auch ohne BDSM möglich?

Wenn BDSM und Trauma sich überschneiden

Manche Menschen haben Traumaerfahrungen und praktizieren BDSM. Das schließt sich nicht aus — aber es kann komplex sein. Themen die aus Trauma entstehen können sich in BDSM-Szenen zeigen. Eine kink-aware Therapeutin oder ein kink-aware Therapeut kann dabei unterstützen, das zu verstehen.