Die Begriffe gehen auf den österreichischen Psychiater Richard von Krafft-Ebing zurück, der sie Ende des 19. Jahrhunderts prägte — Sadismus nach dem Marquis de Sade, Masochismus nach dem Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch.
Was Sadismus und Masochismus im BDSM bedeuten
Im einvernehmlichen BDSM-Kontext beschreibt Sadismus die Freude daran, einer anderen Person intensive Empfindungen (Schmerz, Intensität, Demütigung) zu geben — mit ihrem Einverständnis und zu ihrer Freude. Masochismus ist die Freude diese Empfindungen zu erhalten.
Der entscheidende Unterschied zu pathologischem Sadismus: Im BDSM steht das Wohlbefinden der anderen Person im Mittelpunkt. Ein Sadist der die andere Person wirklich verletzen will ohne Einverständnis, praktiziert kein BDSM.
Sadismus und Empathie
Gute Sadist:innen im BDSM-Kontext sind oft sehr empathisch. Sie lesen die andere Person sorgfältig, erkennen wann Empfindungen zu intensiv werden und tragen tiefe Fürsorge in ihrer Rolle. Das Geben von Intensität innerhalb eines sicheren Rahmens erfordert Feingefühl.
Die WHO-Entscheidung 2018
Die Weltgesundheitsorganisation hat 2018 im ICD-11 sadomasochistische Präferenzen als eigenständige Diagnose gestrichen — sofern kein Leidensdruck vorliegt und keine andere Person ohne Einwilligung beteiligt wird. Das ist eine wichtige Anerkennung der Normalität dieser Variante.