Der Begriff Paraphilie kommt aus der Psychiatrie und bezeichnet intensive sexuelle Interessen die von der gesellschaftlichen Norm abweichen. Kink ist ein informellerer Community-Begriff für ähnliche Inhalte.
Paraphilie ohne Leidensdruck
Die aktuelle psychiatrische Einordnung (DSM-5, ICD-11) unterscheidet zwischen Paraphilier (Interesse) und paraphiler Störung (Interesse mit Leidensdruck oder Beeinträchtigung). Nur letzteres gilt als behandlungswürdig.
Eine Person die intensive Freude an Bondage hat und das einvernehmlich mit Erwachsenen auslebt, hat eine Paraphilie — aber keine psychische Störung.
Wann wird eine Paraphilie zum Problem
- Wenn sie starken Leidensdruck erzeugt
- Wenn sie andere Personen ohne Einwilligung einbezieht
- Wenn sie das normale Funktionieren erheblich beeinträchtigt
Die Community-Perspektive
Die BDSM-Community bevorzugt den Begriff Kink über Paraphilie — weil Paraphilie eine medizinische Pathologisierung impliziert die nicht der eigenen Selbstwahrnehmung entspricht. Das ist eine wichtige Perspektive: Sprache formt Selbstbild.